Die Stadtgesellschaft zur Wahl …

Auf gehts!:

Am Sonntag ist die Wahl zum Amt des künftigen Oberbürgermeisters in Potsdam.
Eine Menge Menschen scheinen wenig Vertrauen darin zu haben, dass dies tatsächlich einen Politikwechsel in der Stadt bewirken wird.
Deshalb demonstrieren am Wochenende FreiraumaktivistInnen, KlimaaktivistInnen und viele Andere für eine „Stadt für alle!“.
Am Samstag geht es ab 14.00 Uhr zur Blockade auf die Lange Brücke: „“ENDE GELÄNDE WAGEN!“ und „SOLIDARITÄT MIT DEM HAMBACHER FORST“!
Und diese Aktion vereinigt sich dann mit der Demonstration: „Stadt für alle – Raus auf die Straße für ein Potsdam für Alle! Hohe Mieten, die rabiate Abrisspolitik, die Privatisierung des öffentlichen Raums“.

Bitte auf weitere Ankündigungen achten!

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Kommentar zum Wahlk(r)ampf in Potsdam

NICHT abgedruckter Leserbrief an die MAZ

Leserbrief an die Märkische Allgemeine Zeitung, zum Artikel „Janny Armbruster kämpft für einen attraktiveren Nahverkehr“ vom 02.08.2018

Das Interview mit Janny Armbruster macht es nochmal deutlich: Die Potsdamer Grünen stehen – entgegen dem historischen Selbstverständnis der Partei – für Abrisse und gegen eine behutsame Stadtentwicklung, die konstruktiv mit den Gegebenheiten der zentralen, identitätsstiftenden Orte der Stadt arbeiten würde. Aktuell haben sie ein wichtiges Etappenziel erreicht: Das Gebäude der Fachhochschule am Alten Markt ist nun vernichtet.

Fehlt offenbar nur noch der Staudenhof, mit dem Armbruster nun doch (im Widerspruch zum vorherigen Bekenntnis für den Erhalt des Gebäudes) erneut ein Problem zu haben scheint, da er „nicht mehr in einer Höhe mit den neuen Wohnkarrees auf der Fläche des abgerissenen FH-Gebäudes“ stehe. Denn das wird sicherlich die Besessenheit einiger Potsdamer Ästheten, auch unter den Grünen, von der Wiederherstellung des barocken Stadtbildes stören. Doch damit nicht genug: Dass Frau Armbruster auf ihren Plakaten mit „Stadt für Alle – Was sonst“ wirbt, wirkt vor dem Hintergrund der teuren Stadtzerstörung, die in den vergangenen Jahren von den Vertretern ihrer Partei vorangetrieben wurde, ziemlich verlogen. Die besagten Wohnkarrees werden wohl mehrheitlich von wohlhabenden (Neu-)Potsdamern bezogen, zudem soll das Gebiet zu einem erheblichen Teil mit Gewerbeeinheiten bebaut werden. Kulturelle oder gar künstlerische Angebote sind nicht vorgesehen.

Dabei hätten die Grünen die Chance gehabt, in 2016 den erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Abrisse anzunehmen und spätestens dieses Jahr den Abriss des FH-Gebäudes auszusetzen, um nochmal neu nachzudenken. Mit dem Gebäude gab es große Pläne: Eine Bürgerinitiative wollte dort mit Unterstützung von Trias-Stiftung und GLS-Bank günstige Räume für Kultur, Bildung, Wissenschaft, Sport und Wohnen schaffen und der Stadt das Gebäude für 6 Mio. Euro abkaufen. Als Kompromiss hätte man immer noch die Flächen entlang der Friedrich-Ebert-Straße neu bebauen können. Stattdessen wurde das Gebäude für teures Geld abgerissen und das Grundstück zu Festpreisen verscherbelt. Investoren dürfen sich freuen, wenn sie sich – nach nun folgenden 5 Jahren Dauerbaustelle – eine goldene Nase mit Anwaltskanzleien und Cappuccinos für 3,50 EUR verdienen werden.

Wie geht es weiter mit den wenigen noch verbleibenden sozialen, kulturellen und künstlerischen Angeboten für den schmalen Taler in der Stadt? Rechenzentrum – Abriss in 5 Jahren zu Gunsten des Neubaus einer Kirchenkopie mit militaristischen und gar faschistischen Ehren, Minsk – Abriss oder Erhalt sind ungewiss, Freiland – das große Zittern beginnt, ob und für wie lange die Verträge verlängert werden. Auf Betreiben von Saskia Hüneke von Bündnis 90/ Die Grüne müssen auch das Strandbad Babelsberg und ein Segelverein mit einer 20 Kinder starken Jugendgruppe weichen, damit die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten einen historischen Fußweg im Park wiederherstellen kann.

Fazit: Die Kolleginnen und Kollegen von Frau Armbruster aus der Stadtfraktion waren es, die gemeinsam mit SPD und CDU verhindert haben, dass in dem alten Fachhochschulgebäude eine wahre „Stadt für Alle“ entsteht! Und auch in Bezug auf einen weiteren Armbruster-Wahlspruch – „Kiez, Kultur und Kinder“ ist leider festzustellen: Frau Armbruster betreibt Augenwischerei im ganz großen Stil – und das ist noch diplomatisch ausgedrückt!

Axel Dierich, Potsdam den 23.08.2018

Garnisonkirche – ein Goldenes Kalb für Potsdam

Im Oktober 2017 fand (30 Jahre nach der Einweihung des Glockenspiels in einer Iserlohner Kaserne, welches als Startschuss des Wiederaufbaus der ehemaligen Hof- und Garnisonkirche gilt) ein Baustartgottesdienst an der Breiten Straße statt. Seither wurde eine Menge Beton und Geld im Sand versenkt. Verzögerungen, Mehrkosten und die Gier nach neuem, öffentlichem Geld sind projektimmanent.

Die Öffentlichen Kassen subventionieren das Bauvorhaben direkt und indirekt. Zusätzlich tragen sie die Nebenkosten des „Götzenbildes“. Es ist das „Goldene Kalb“ derer, die vorrangig aus den alten Bundesländern auszogen, um Potsdam zu ihrem Preußen-Disney umzubauen.

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Demo: Stadt für alle!

Freiraumdemonstration am 22. September 2018

Und es wird wieder notwendig in dieser Stadt:
Freiräume sind mal wieder gefährdet, das Freiland kämpft mit den Stadtwerken um jede Nutzungsform und einen fairen Vertrag, die Kreativen aus dem Rechenzentrum sollen viel höhere Mieten bezahlen.

Raus auf die Straße für ein Potsdam für Alle! Hohe Mieten, die rabiate Abrisspolitik, die Privatisierung des öffentlichen Raums, der ignorante und heuchlerische Umgang mit Bürgerbeteiligung und letztlich die aktuelle Bedrohung der wenigen Frei- und Kulturräume dieser Stadt machen uns wütend!

Wann: Samstag, 22.09.18 14 Uhr
Wo: Vor Eingang freiLand, Friedrich-Engels-Straße 22, Potsdam

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Schwere Schadensbilanz

Das Bündnis „Potsdamer Mitte neu denken“ lädt ein …

… zum OB – Talk am 11. September ins Freiland.
Und fragt:

Ob der neue OB als Beitrag der Geschichtsaufarbeitung im Umgang mit dem Bürgerwillen einer Stiftung zum Wiederaufbau der Fachhochschule in der Stadtmitte beitreten würde?

Ob der neue OB sich im Falle des Falles an das Minsk anketten würde, so es denn zum Abriss freigegeben werden sollte?

Ob der neue OB bereit ist, zu verhindern, dass Bürgerbeteiligung inszeniert wird, um längst getroffen Entscheidungen den Schein der Legitimation zu geben?

Alle diese Fragen und die Antworten der OB – Kandidaten darauf:

https://www.potsdamermitteneudenken.de

Leichtgewicht im Klimaschutz

Kein Klimaschutz ist Beihilfe zum Suizid

Am 04.09.2018 erörterte Prof. Dr. Dr. h.c. Schellnhuber im Rahmen einer Ehrung und Eintragung ins Goldene Buch anschaulich seine These, dass die Menschheit sich aktuell in Hinblick auf den menschgemachten Klimawandel  in einem „kollektiven Suizidversuch“ befindet.

Schellnhuber schildert, im Gleichklang mit vielen anderen Wissenschaftler*innen und Fachleuten – und das schon seit Jahrzehnten – was uns droht, wenn wir Menschen in den nächsten zwei Jahrzehnten so weitermachen wie bisher. Es ist ganz einfach: Wir schaffen uns als Spezies langfristig ab.

Der „Klimapabst“ wünschte sich anlässlich seines Eintritts in den Unruhestand, dass die Stadt Potsdam nicht nur beim Kulturerbe ein Schwergewicht für Touristen bleibt, sondern auch beim Klimaschutz von der Leichtgewichtsklasse in die Superschwergewichtsklasse aufsteigt, um seiner internationalen Verantwortung gerecht zu werden.

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