Wir dokumentieren: Erklärung der AktivistInnen der Gubbi67

Freiräume erkämpfen, Utopien diskutieren

Wir protestieren damit gegen die Umstrukturierungspolitik der Stadt Potsdam der letzten fast 30 Jahre, die in ihrer Folge die Reichen immer reicher, und die Situation der Ärmeren in der Stadt immer schwieriger gemacht hat. Während die Stadtregierung mit dem FH-Abriss sämtliche Ideen für einen unkommerziellen Kultur- und Begegnungsort zerstört hat, eröffnet die Besetzung einen Freiraum in der Innenstadt, der sich gegen den rabiaten Kahlschlag und Ausverkauf stellt.

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Nach der Wahl ist vor …

der „Sternfahrt“:

In die Sterne gucken, Sterni trinken, irgendwann Sterne sehen… auf unserer Reise durchs abrisswütige Potsdam. Auf zur subversiven Sternfahrt!

Die Wahlen haben mal wieder nichts verändert. Der Neue is wie der Alte. Mit der Entscheidung fürs Minsk haben sie dann aber doch lieber bis nach der Wahl gewartet. Hätte Stimmen kosten können! Aber jetzt is wieder alles egal. Ach nee, nächstes Jahr is ja noch Kommunalwahl. Aber naja, sone Jahrhundertaufgabe, is halt auch nicht ausm Ärmel geschüttelt. Das verstehn dann erst die nächsten Generationen, wir nicht. Billige Mieten, was sind das auch für weltliche Probleme, angesichts des Gesamtkunstwerks in dem wir leben dürfen! Da kann man schon ma ne Mark mehr locker machen. Überhaupt dieses Rumgemecker! Ich hab gelesen, dass hier alle glücklich sind: so viel Seen gibt’s sonst nirgends und die können se uns nicht wegnehmen. Naja, son bisschen in Griebnitzsee vielleicht. Aber das is ja auch nur Sozialneid. Die haben hart gearbeitet, damit sie uns den Uferweg wegnehmen können, die Kirschs und so. Außerdem scheint in dieser Stadt immer die preußische Sonne und Hasso Plattner ist Ehrenbürger und hat uns gleich noch seine private Kunstsammlung mitgebracht. Die dürfen wir jetzt in seinem Fake-Palais bestaunen, gleich neben dem Fake-Schloß. Und bald gibt’s noch mehr davon. Ein hoch auf betonierte Eintönigkeit! Kurz war‘s ja mal interessant, zwischen Altneubauten und Neualtbauten. Da schlugen förmlich die Blitze hin und her, soviel Spannung war da. Aber was ist eigentlich aus diesen Sternen geworden? Ihr wisst schon, diese so schicken und doch auf‘s Wesentliche konzen-trierten Wandteile? Vielleicht machen wir uns mal auf die Suche. Könnte sein, dass irgendwer den Sekt kalt gestellt, oder nen Kuchen gebacken hat… Vielleicht spielt noch ne Band irgendwo!? Und diese Hausbesetzer feiern wohl auch nen runden Geburtstag!

Kommt alle! mit Fahrrad am 29.09.2018 um 13:30 Uhr in die Tuchmacherstr. 8, Babelsbergbeach. Und dann heißt‘s: Ab durch die Stadt!

Signal zur OB – Wahl: Rechnet mit uns!

Großdemo in Potsdam: „Stadt für alle!“

Am Wochenende der Oberbürgermeisterwahlen hat die kritische Stadtgesellschaft ein eindrucksvolles Signal an alle OB – KandidatInnen gesendet: Egal, wer gewählt wird, rechnet mit dem Widerstand gegen Privativiserung, barocken Stadtumbau, die Zerstörung von Freiräumen und eine zerstörerische Verkehrs – und Klimapolitik!

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„Raus mit denen!“

… so kommentierte der Chef der Kommunalen Immobiliengesellschaft (KIS) in Potsdam die Versuche, über die Besetzung in der Gutenbergstraße und drohende Eskalationen zu verhandeln und lieber miteinander zu reden.

Am späten Freitag abend haben rund 20 AktivistInnen eine ehemalige Schule in der Potsdamer Innenstadt besetzt. Sie demonstrierten damit für bezahlbaren Wohnraum und kulturelle Freiräume in der Stadt.

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Die Stadtgesellschaft zur Wahl …

Auf gehts!:

Am Sonntag ist die Wahl zum Amt des künftigen Oberbürgermeisters in Potsdam.
Eine Menge Menschen scheinen wenig Vertrauen darin zu haben, dass dies tatsächlich einen Politikwechsel in der Stadt bewirken wird.
Deshalb demonstrieren am Wochenende FreiraumaktivistInnen, KlimaaktivistInnen und viele Andere für eine „Stadt für alle!“.
Am Samstag geht es ab 14.00 Uhr zur Blockade auf die Lange Brücke: „“ENDE GELÄNDE WAGEN!“ und „SOLIDARITÄT MIT DEM HAMBACHER FORST“!
Und diese Aktion vereinigt sich dann mit der Demonstration: „Stadt für alle – Raus auf die Straße für ein Potsdam für Alle! Hohe Mieten, die rabiate Abrisspolitik, die Privatisierung des öffentlichen Raums“.

Bitte auf weitere Ankündigungen achten!

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Kommentar zum Wahlk(r)ampf in Potsdam

NICHT abgedruckter Leserbrief an die MAZ

Leserbrief an die Märkische Allgemeine Zeitung, zum Artikel „Janny Armbruster kämpft für einen attraktiveren Nahverkehr“ vom 02.08.2018

Das Interview mit Janny Armbruster macht es nochmal deutlich: Die Potsdamer Grünen stehen – entgegen dem historischen Selbstverständnis der Partei – für Abrisse und gegen eine behutsame Stadtentwicklung, die konstruktiv mit den Gegebenheiten der zentralen, identitätsstiftenden Orte der Stadt arbeiten würde. Aktuell haben sie ein wichtiges Etappenziel erreicht: Das Gebäude der Fachhochschule am Alten Markt ist nun vernichtet.

Fehlt offenbar nur noch der Staudenhof, mit dem Armbruster nun doch (im Widerspruch zum vorherigen Bekenntnis für den Erhalt des Gebäudes) erneut ein Problem zu haben scheint, da er „nicht mehr in einer Höhe mit den neuen Wohnkarrees auf der Fläche des abgerissenen FH-Gebäudes“ stehe. Denn das wird sicherlich die Besessenheit einiger Potsdamer Ästheten, auch unter den Grünen, von der Wiederherstellung des barocken Stadtbildes stören. Doch damit nicht genug: Dass Frau Armbruster auf ihren Plakaten mit „Stadt für Alle – Was sonst“ wirbt, wirkt vor dem Hintergrund der teuren Stadtzerstörung, die in den vergangenen Jahren von den Vertretern ihrer Partei vorangetrieben wurde, ziemlich verlogen. Die besagten Wohnkarrees werden wohl mehrheitlich von wohlhabenden (Neu-)Potsdamern bezogen, zudem soll das Gebiet zu einem erheblichen Teil mit Gewerbeeinheiten bebaut werden. Kulturelle oder gar künstlerische Angebote sind nicht vorgesehen.

Dabei hätten die Grünen die Chance gehabt, in 2016 den erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Abrisse anzunehmen und spätestens dieses Jahr den Abriss des FH-Gebäudes auszusetzen, um nochmal neu nachzudenken. Mit dem Gebäude gab es große Pläne: Eine Bürgerinitiative wollte dort mit Unterstützung von Trias-Stiftung und GLS-Bank günstige Räume für Kultur, Bildung, Wissenschaft, Sport und Wohnen schaffen und der Stadt das Gebäude für 6 Mio. Euro abkaufen. Als Kompromiss hätte man immer noch die Flächen entlang der Friedrich-Ebert-Straße neu bebauen können. Stattdessen wurde das Gebäude für teures Geld abgerissen und das Grundstück zu Festpreisen verscherbelt. Investoren dürfen sich freuen, wenn sie sich – nach nun folgenden 5 Jahren Dauerbaustelle – eine goldene Nase mit Anwaltskanzleien und Cappuccinos für 3,50 EUR verdienen werden.

Wie geht es weiter mit den wenigen noch verbleibenden sozialen, kulturellen und künstlerischen Angeboten für den schmalen Taler in der Stadt? Rechenzentrum – Abriss in 5 Jahren zu Gunsten des Neubaus einer Kirchenkopie mit militaristischen und gar faschistischen Ehren, Minsk – Abriss oder Erhalt sind ungewiss, Freiland – das große Zittern beginnt, ob und für wie lange die Verträge verlängert werden. Auf Betreiben von Saskia Hüneke von Bündnis 90/ Die Grüne müssen auch das Strandbad Babelsberg und ein Segelverein mit einer 20 Kinder starken Jugendgruppe weichen, damit die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten einen historischen Fußweg im Park wiederherstellen kann.

Fazit: Die Kolleginnen und Kollegen von Frau Armbruster aus der Stadtfraktion waren es, die gemeinsam mit SPD und CDU verhindert haben, dass in dem alten Fachhochschulgebäude eine wahre „Stadt für Alle“ entsteht! Und auch in Bezug auf einen weiteren Armbruster-Wahlspruch – „Kiez, Kultur und Kinder“ ist leider festzustellen: Frau Armbruster betreibt Augenwischerei im ganz großen Stil – und das ist noch diplomatisch ausgedrückt!

Axel Dierich, Potsdam den 23.08.2018