„In zehn Jahren sind unsere Städte komplett zerstört“

… sagt der Tourismusmanager Stephan Hodes

In einem bemerkenswerten Interview im Tagesspiegel hat er den wachsenden Städtetourismus kritisiert.
Das komplette Interview:
https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/tourismusmanager-warnt-vor-overtourism-in-zehn-jahren-sind-unsere-staedte-komplett-zerstoert/23647312-all.html

Und in der gleichen Zeit feiert die Stadt Potsdam den Bau neuer Hotels in der Stadtmitte (am Hauptbahnhof baut der Accor – Konzern ein IBIS – Hotel, Speicherstadt) , den nächsten Rekord bei den Tourismuszahlen (+ 5,9 % 2017) und die große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus (20.000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt am Tourismus hängen sollen.

Kritische Analysen: Fehlanzeige.
Tourismus ist in Potsdam per se gut.

Vielleicht helfen ein paar Zitate aus dem Interview:

„Wir sind nur noch zehn Jahre davon entfernt, unsere attraktivsten Städte in Disneyland-Parks zur verwandeln.“
Herzlich willkommen im preußischen Disneyland!

„Das Ergebnis sind uniforme Stadtzentren, die nur auf Besucher ausgerichtet sind.“

„In den Städten bedeutet Tourismus mehr Müll und mehr Wasserverbrauch. Außerdem ebnet er den Weg für eine wirtschaftliche Monokultur, in der es zum großen Teil schlecht bezahlte Jobs für Geringqualifizierte gibt.“
Soviel zu den vielen Jobs in Potsdam…

„Wir müssen ein „Ausverkauft“-Schild an unsere Städte hängen. Sonst sind unsere Städte bald kein Ort zum Leben mehr, sondern eine lebensfeindliche Transitzone für Besucher, Touristen oder Expats.“

„Dabei wirken Ferienwohnungen entscheidend an der Preissteigerung für Wohnraum und Geschäfte mit.“

„Es gibt den vierstufigen Irritationsindex. Wenn Touristen in begrenzter Anzahl kommen, ist man als Einwohner auf Stufe eins zuerst glücklich und stolz. Wenn die Zahlen steigen, beginnt man, sie wie Kunden zu behandeln. Auf der dritten Stufe registriert man zunehmend verärgert, dass sich das Stadtbild nicht zuletzt durch externes Investment verändert. Und was passiert auf Stufe vier? Offene Feindseligkeiten gegenüber Touristen, zum Beispiel „Tourist go home“-Aufkleber.“
Und wo sind wir in Potsdam?

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