Gemeinschaftlich wohnen in Potsdam …

… und anderswo: Neue Studien ergeben einen klaren Trend

In den letzten Jahren gab es in vielen Städten einen unglaublichen Boom von Projekten gemeinschaftlichen Wohnens. Auch in Potsdam ist das spürbar. Das Interesse am sozialen Miteinander ist gestiegen, die Motivation angesichts steigender Mieten und Spekulation mit Immobilien immer größer geworden.

Klar ist aber auch, nicht jedes Konzept von Gemeinschaftswohnen hat einen sozialen, solidarischen Charakter. Sogenannte „Baugruppen“, wo sich Menschen zusammentun, um günstiger an die Eigentumswohnung zu kommen, haben damit recht wenig zu tun.

Dafür gibt es auch in Potsdam einige Beispiele, wie das sogenannte „Musikerhaus“ in der neuen/ alten Stadtmitte. Im Hans – Otto – Theater lief vor einiger Zeit eine Stück über die Konflikte, wenn es in der Gruppe eigentlich nur noch um Geld und Prestige geht – hier ging das „Richtfest“ völlig schief.

Nun haben sich aber mehrere Forschungsinstitute daran gemacht, „Soziale, ökologische und ökonomische Effekte und Potentiale gemeinschaftlicher Wohnformen“ zu untersuchen. MIt dabei das „Deutsche Institut für Urbanistik/ DIFU“, das IZT und das Beratungsbüro „Plan & Praxis“.
… Und die Stadt Potsdam.

Die Ergebnisse sind ziemlich bemerkenswert.

  • Eine repräsentative Forschung in  10 Städten an Hand 10 unterschiedlicher Gemeinschaftsprojekte zeigt ziemlich klar, welch positive Wirkungen gute, soziale Gemeinschaftsprojekte auf Stadtentwicklung haben können.  Sie schaffen Wohnraum für Geringverdienende und haben geringere Betriebskosten. Sie schaffen eine hohe Wohnqualität und wirken positiv auf Nachbarschaften. Sie bauen überdurchschnittlich oft auf ökologischer Basis und entziehen dem Immobilienmarkt auf Dauer Grundstücke und Häuser für Spekulationszwecke.
    Die komplette Studien ist hier nachzulesen:
    Forschungsprojekt Gemeinschaftswohnen
  • Eine repräsentative Umfrage in Potsdam aus 2018 bei 1004 BürgerInnen zeigt das große Interesse und positive Image von Gemeinschaftswohnen in der Stadt. So sagen rund 34 % aller Befragten, dass sie sich vorstellen könnten, gemeinschaftlich zu wohnen und fast 70 % sagen, Potsdam sollte mehr für gemeinschaftliches Wohnen tun! Ziemlich hohe Zahlen, sagen selbst die WissenschaftlerInnen. Die komplette Umfrage dazu ist hier nachzulesen:
    SyntheseWS_Ergebnisse_Befragung_Final

    Und die Reaktionen in Potsdam?
    Keine.
    Keine Unterstützung für die aktuellen Gemeinschaftinitiativen, statt dessen weiter Misstrauen, Höchstgebotsverfahren, Investorenorientierung.

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